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Zur Veröffentlichung des Passauer Bischofs Oster

Diesen gemeinen und dummen Aufsatz des Passauer Bischofs Oster habe ich bei einem Ex-Facebook-Freund lesen müssen.
Darauf angesprochen musste ich mir vorhalten lassen, dass ich die tiefere Botschaft des Bischofs entweder nicht verstehen will oder kann.Diesen gemeinen und dummen Aufsatz des Passauer Bischofs Oster habe ich bei einem Ex-Facebook-Freund lesen müssen.


Ich schrieb daraufhin folgendes sozusagen als Abschiedsbrief unserer Freundschaft.




Sehr geehrter Herr ...,

andere, unbequeme Meinungen sind gut und befruchtend, sie bringen die Gesellschaft weiter.
Besonders als römisch-katholischer Christ ist es mir ein Anliegen eine bessere Diskussionskultur in meiner Kirche zu etablieren, die davon nur profitieren kann.

Für die Kirche ist Homosexualität und Transsexualität sicher ein schwieriges Thema.

In der Bibel finden sich einige Stellen, vornehmlich im Alten Testament, die Homosexualität ablehnen, ja sogar mit dem Tode bestraft sehen wollen (Leviticus 20,13).

Speziell in der Genesis (Genesis 19,5) wird Homosexualität als so abscheulich dargestellt, dass es in den Augen Gottes besser sein soll, wenn ein Vater einem Mob an Vergewaltigern gegenübersteht, seine minderjährigen Töchter zur Vergewaltigung anzubieten, als es zuzulassen, dass seine männlichen Gäste vergewaltigt werden.
Im gesamten neuen Testament findet sich dazu nichts, bis auf die Ablehnung der, besonders in Griechenland weit verbreiteten, Päderastie (1 Korinther 6,9 und 1 Timotheus 1,10) und der Ablehnung von ritueller Homosexualität (Römer 1,26-27).

Es gibt kein einziges Wort Jesu zu dieser Materie.

Soweit die Bibel.

Doch was will Bischof Oster. Er ist der Überzeugung, dass Homosexualität eine geistige und seelische Erkrankung ist, welche mit genug Glaube heilbar ist. Er deutet an, dass Transsexualität durch eine fehlerhafte Hormonbeigabe zum Beispiel bei ehemaligen Sportlerinnen entsteht.

Die Entstehung von Homosexualität begründet er klassisch nach Sigmund Freud ohne diesen zu nennen. Diese Nichtnennung ist wahrscheinlich damit zu erklären, dass Freud die Homosexualität als „Abweichung der sexuellen Funktionen, hervorgerufen durch eine gewisse Stockung der sexuellen Entwicklung“ sieht, aber ebenso auch die Heterosexualität, diese beruhe auch auf „einer Einschränkung der Objektwahl“.

Der Normalfall nach Freud sei die Bisexualität. Er wehrte sich auch gegen die Pathologisierung und Kriminalisierung Homosexueller.
Heutzutage ist man sich sicher, dass man nicht sicher ist, woher Homosexualität kommt. Man weiß aber, dass sie zu jeder Zeit und in jeder Kultur zu ungefähr demselben Prozentsatz auftaucht.
Homosexualität und Transsexualität sind keine Zeiterscheinungen, die hervorgerufen werden durch eine weniger auf Familienwerte orientierte Zeit, wie der Bischof meint.

Sie sind einfach da!

Jetzt kann man zwei Dinge machen, entweder homosexuelle Menschen kriminalisieren, als krankhaft darstellen eventuell töten. Bibelstellen ließen sich finden um dies zu begründen. Der gute heterosexuelle Christ könnte sich dann in seinen Sessel fallen lassen und noch meinen ein gottgefälliges Werk gegen diese Perversen getan zu haben.

Man könnte aber auch anders denken, man könnte darüber nachdenken wieviel Angst und Sorge ein junger Mensch haben muss, wenn er oder sie merkt, dass er anders fühlt als die meisten. Man könnte darüber nachdenken was es bedeutet wenn „Schwuchtel“, „schwul“ und „Homo“ gängige Beleidigungen unter Jugendlichen sind. Wie minderwertig man sich fühlt, wenn man es dauernd hört und liest.

Wie schwer es sein muss, wenn man den Eltern sagen muss, dass keine Enkel zu erwarten sind, dass ihr Kind ein Ausgestoßener sein wird.

Was tut man dann, wenn man dies bedenkt, als Christ?

Man denkt vielleicht an das Gebot der Nächstenliebe.

Jesus sagt uns: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“, nicht etwa „Liebe deinen Nächsten, wenn er so ist wie du“ und auch nicht „Liebe deinen Nächsten, wenn du verstehst was in ihm vorgeht“ und erst recht nicht „Liebe deinen Nächsten, außer …“.

Vielleicht können wir unseren Mitmenschen die Angst nehmen?

Vielleicht können wir ein Umfeld, eine Gesellschaft schaffen, in der es nicht darauf ankommt wie jemand liebt, wen er liebt oder als was er oder sie sich fühlt.

Vielleicht kommen wir dann mit Gottes Hilfe zu der Erkenntnis, dass die größte Perversion ist nicht zu lieben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Andreas Göppl


Text des Passauer Bischofs Oster

6.6.15 10:31

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